Das Hospiz zwischen Elbe und Weser

Jedes Teil ist wichtig! Ein fehlendes Puzzleteil – und schon ist das Ganze unvollständig.

Hospiz_Puzzle
Hospiz Puzzle

"Jeder kennt das Gefühl, wenn ein Teil beim Puzzle fehlt. Dann ist es kein komplettes Bild, es fehlt etwas Entscheidendes", so erinnert sich Superintendent Helmers an eigene Puzzleerfahrungen.

Und genau eine solche Erfahrung brachte ihn auf die Idee einer werbewirksamen Aktion im Sprengel Stade.
Ein Puzzle vom "Hospiz zwischen Elbe und Weser", ein einladender Brief an die Kirchenvorstände im Elbe-Weser-Dreieck, so hofft der Förderverein auf zahlreiche neue Mitglieder. " Mit der Mitgliedschaft stärken die Kirchengemeinden unseren Verein, der das Hospiz auf vielfältige Art unterstützt", führt Wilhelm Helmers weiter aus. Aus vielen Kirchengemeinden stammen die Gäste, die im Hospiz aufgenommen wurden. Und durch Angehörige und Freunde, die  in dieser schweren Zeit ebenfalls Unterstützung erfahren, dürfte inzwischen fast jede Kirchengemeinde im Sprengel direkt oder indirekt betroffen gewesen sein.
Ein starkes Bündnis für das Hospiz, davon profitieren die schwerkranken Gäste und alle Angehörigen, die den Weg des Abschiedes miteinander gehen, so der Mitinitiator des Hospizes für den Elbe-Weser-Raum.

Eine Mitgliedschaft im Förderverein ist da  ebenso ein wichtiges Stück der Wegbegleitung, denn ohne finanzielle Unterstützung kann diese intensive Arbeit nicht angemessen geleistet werden.

„Jeder Tag ist ein Geschenk“

Besuch Müntefering
Christian Reitz aus Stade, einer von derzeit zehn Gästen im Bremervörder Hospiz, hatte sich bereits den ganzen Tag auf das Gespräch mit Franz Müntefering gefreut. Im Hintergrund Pastor Volker Rosenfeld. Foto: Klöfkorn

Ehemaliger Vizekanzler und SPD-Vorsitzender Franz Müntefering besucht das Bremervörder Hospiz.
Von Rainer Klöfkorn

Bremervörde. Gestern ist im Bremervörder Hospiz der 60. Gast aufgenommen worden – ein Zeichen dafür, wie notwendig diese im Elbe-Weser-Raum bislang einzigartige Einrichtung ist. Was dort alles unternommen wird, damit Sterbenskranke ihre letzte Lebensphase in Würde verbringen können, davon überzeugte sich am Mittwoch bei einem Besuch der ehemalige Vizekanzler und SPD-Vorsitzende Franz Müntefering. Der 74-Jährige zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Sie können stolz auf das sein, was sie hier leisten.“

Christian Reitz hat sich schon den ganzen Tag auf die Begegnung mit Franz Müntefering gefreut. Der Stader ist einer von zehn Gästen, die am Mittwoch im Hospiz von dem Team um Sabine Eckstein betreut werden. „Seit Mai haben wir 50 Begleitungen durchgeführt“, sagt die Hospiz- und Pflegedienstleiterin zu ihrem Gast, der in Begleitung von Superintendent Wilhelm Helmers und Pastor Volker Rosenfeld das Gebäude am Engeoer Wäldchen besucht. Der 60. Gast wird am nächsten Tag erwartet, es bestehe sogar eine „kleine Warteliste“.

Bei Kaffee, Tee, Brötchen und selbst gebackenem Kuchen („Eckstein: „Den gibt es hier jeden Tag“) wird Müntefering ausführlich informiert. Dessen Frau Ankepetra starb im Juli 2008. Damit er sie zu Hause pflegen konnte, trat er im Herbst 2007 als Bundesminister und Vizekanzler zurück. Mittlerweile ist er wieder verheiratet, seine Frau ist Abgeordnete des Bundestages.

Als Sozialminister in Nordrhein-Westfalen habe er Mitte der 1990er Jahre zwei Hospize in Köln und Bonn eingeweiht. Von der grundsätzlichen Bedeutung der Hospiz-Arbeit ist Franz Müntefering überzeugt: „Wir brauchen noch mehr solcher Einrichtungen.“ Vielen Menschen sei es nicht vergönnt, ihre letzte Lebensphase zu Hause zu verbringen. Hospize würden Mut machen, „dass es dennoch gelingen kann, den letzten Lebensabschnitt bewusst erleben zu können.“ Diesen intensiven Umgang mit den Erkrankten könnten Pflegeheime aufgrund ihrer Aufgabenstellung nicht leisten, meint der 74-Jährige.

Im Bremervörder Hospiz sei das Team, dem auch ehrenamtliche Mitarbeiter angehören, bemüht, das „Dunkle und Düstere für die Gäste aufzuweichen“, sagt Pastor Rosenfeld. Neben der Betreuung und ärztlichen Versorgung, für die 24 Stunden am Tag gesorgt sei, sei die Atmosphäre besonders wichtig. Die Gäste sollen sich bis zuletzt wohl und behütet fühlen. Es sei die Erfahrung gemacht worden, dass, wenn die Torturen der Behandlung und der Druck weg seien, um die Gesundheit kämpfen zu müssen, es vielen Gästen oftmals besser gehe. „Es entlastet Kranke wie Angehörige“, sagt Rosenfeld, der neben seiner Tätigkeit als Gemeindepastor das Hospiz als Geschäftsführer leitet.

Wie aufs Stichwort erscheint eine Frau aus dem Südkreis in ihrem Rollstuhl. Auch sie freut sich, mit Franz Müntefering einige Sätze wechseln zu können. „Was hier geleistet wird, ist ein gutes Beispiel für eine gute Pflege“, sagt sie. Ihre positive Aussage sei mit der Leitung des Hauses nicht abgesprochen gewesen, fügt sie lächelnd hinzu. Für sie und alle Gäste hier werde „jeder Tag zu einem Geschenk“.

Im Anschluss an den Besuch in Bremervörde fährt ein sichtlich beeindruckter Müntefering nach Zeven, wo er in der St.-Viti-Kirche über Sterbehilfe spricht. In das Gästebuch des Bremervörder Hospiz hat der ehemalige Vizekanzler einen Satz geschrieben – im typischen Müntefering-Stil: „Helfen und helfen lassen!“

"Die Abschiedskultur einer Gesellschaft sagt viel über sie aus."
FranzMüntefering

Ehrenamtliche gesucht!
Schon jetzt sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bremervörder Hospiz im Einsatz. Sie werden vielfältig eingesetzt: Bei der Betreuung der Gäste, der Zubereitung der Mahlzeiten, in der Hauswirtschaft, am Empfang oder in der Pflege der Außenanlagen. „Wir würden uns freuen, wenn sich noch weitere Ehrenamtliche bei uns melden“, sagt die Leiterin Sabine Eckstein. Interessenten können sich bei ihr unter Telefon 0 47 61/92 61 10 oder 0 47 61/9 26 11 24 melden.

Kloses Tore helfen dem Hospiz

ToreHospiz
Hoffen auf viele Tore der deutschen Nationalmannschaft und damit auf eine große finanzielle Unterstützung für das Hospiz: Superintendent Wilhelm Helmers (links) und Pastor Volker Rosenfeld.    Foto: Klöfkorn

BREMERVÖRDE. Wenn es um finanzielle Unterstützung für das neue Bremervörder Hospiz geht, mangelt es den Verantwortlichen nicht an Kreativität. Eine der guten Ideen stellten Superintendent Wilhelm Helmers und Pastor Volker Rosenfeld jetzt vor: Einzelpersonen, Familien, Freundeskreise oder Tippgemeinschaften sind aufgerufen, für jedes Tor, dass die deutsche Elf bei der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft erzielt, einen bestimmten Betrag zu spenden. „Wir hoffen, dass viele mitmachen – das Hospiz kann jeden Euro gut gebrauchen“, sagen die beiden Bremervörder Theologen.

Seit einigen Monaten nimmt das Hospiz zwischen Elbe und Weser Gäste auf, die am Engeoer Wäldchen – gut behütet und betreut die letzten Tage und Wochen ihres Lebens verbringen. Die Einrichtung des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven ist nach der Fertigstellung auch weiterhin auf finanzielle Hilfe angewiesen, zehn Prozent der Betriebskosten müssen über Spenden aufgebracht werden.

„Die Fußball-WM in Brasilien bietet einen guten Anlass, daran zu erinnern und gleichzeitig einen spannenden Wettbewerb zu initiieren“, begründet Superintendent Helmers seinen Vorschlag. Gespendet werden kann für jedes Tor, dass die deutsche Mannschaft im Verlauf des Turnieres erzielt. Nicht mitgezählt werden die Treffer möglicher Elfmeterschießen. Rosenfeld: „Wir hoffen auf viele Teilnehmer und möglichst viele Tore.“ Zum Vergleich: Bei der letzten Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika traf das Löw-Team 16 Mal.

Wer sich an der Spendenaktion beteiligen möchte, braucht nur einen Coupon auszufüllen (siehe Downloadbox rechts). Die wichtigste Eintragung dabei: die Summe, die für jedes deutsche Tor gespendet wird. Um das Verfahren zu erleichtern, enthält der Coupon eine Einzugsermächtigung. Unmittelbar nach dem Ende der WM wird die Hospiz-Betriebsgesellschaft die Gesamtsumme vom angegebenen Konto des Teilnehmers einziehen.

Helmers und Rosenfeld hoffen auf viele Einsendungen. Beide können sich vorstellen, dass nicht nur einzelne Personen mitmachen, sondern auch Familien und Freundeskreise. Jede Spende ist willkommen, ganz bewusst ist auf eine Mindestsumme verzichtet worden. Wer über 50 Euro spendet, erhält zudem – sofern erwünscht – eine Spendenbescheinigung.

Wer dabei sein und mit jedem deutschen Tor eine gute Tat leisten möchte, sollte den Teilnahmeschein ausschneiden und an das Hospiz senden. Die Anschrift lautet: Betriebsgesellschaft Hospiz zwischen Elbe und Weser gGmbH, Engeoer Wäldchen 2, 27432 Bremervörde. Der Coupon kann allerdings auch gescannt und per E-Mail an v.rosenfeld@hospiz-elbe-weser.de gesendet werden. Einsendeschluss ist Montag, 16. Juni – rechtzeitig vor dem Anstoß der ersten Begegnung der deutschen Mannschaft um 18 Uhr gegen Portugal. Für die beiden fußballinteressierten Pastoren ist somit die diesjährige Weltmeisterschaft nicht nur aufgrund der deutschen Spiele besonders spannend, sondern auch wegen der Frage, wie sich die Tore im Spendenaufkommen niederschlagen. Jetzt müssen nur noch Klose, Müller, Götze, Özil und wie sie alle heißen dasRunde in das Eckige befördern. 

VON RAINER KLÖFKORN

Offizielle Einweihung des "Hospiz zwischen Elbe und Weser"

Schlüsselübergabe
Superintendent Helmers übergibt Schlüssel an den Geschäftsführer Pastor Rosenfeld

Mit einem feierlichen Festakt durch den Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, wurde am Freitag, den 21.3.2014 das erste stationäre Hospiz im Elbe – Weser – Dreieck eingeweiht.

Das 3,2 Mio. € teure Projekt bietet zukünftig für 10 Personen eine intensive Pflege – und Begleitung, wenn durch eine unheilbare Krankheit die Lebenszeit eingeschränkt ist. Dazu ist neben vielen anderen Räumen auch ein weiteres Zimmer für Angehörige mitgebaut worden.

Unter der Teilnahme zahlreicher Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben wurde der Schlüssel symbolisch von der Architektin, Frau Geister – Herbolzheimer aus Oldenburg an Superintendent Wilhelm Helmers übergeben. Dann wanderte der Schlüssel in die Hände von Pastor Rosenfeld, der als Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft "Hospiz zwischen Elbe und Weser gGmbH" fungiert. Und schließlich wurde der Schlüssel an Frau Sabine Eckstein weitergegeben, sie leitet das neue Haus und ist mit ihrem Team damit nach Ostern auch für die erwarteten Gäste zuständig.

Grußworte richteten neben dem Landrat Hermann Luttmann auch Landessuperintendent Hans – Christian Brandy und stellvertretend für die Ökumene und die Mitgesellschafter der gGmbH Herr Hübner aus der St. Michaelsgemeinde in Bremervörde.

Am Samstag beim "Tag der Offenen Tür" konnten über 1.000 interessierte Besucher begrüßt werden, die das Gebäude in Augenschein nahmen und sich zugleich ein Bild der Gästezimmer machten. Gleichzeitig erklärten eine Reihe von Besuchern ihre Bereitschaft, im Förderverein mitzuwirken und so nachhaltig die Einrichtung mit einem Jahresbeitrag zu unterstützen.

Tag der offenen Tür im neuen Hospiz

Wir laden Sie herzlich ein, unsere neue Einrichtung mit uns zu eröffnen:

Sonnabend, den 22. März in Bremervörde, Engeoer Wäldchen 2

Hier ist Gelegenheit zum Kennenlernen des Hauses und seiner Leitung. Es gibt einen kleinen Imbiss und
schöne Musik. Wir freuen uns auf Sie in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr!

Mit freundlichen Grüßen

Wilhelm Helmers (Superintendent)
Sabine Eckstein (Leiterin des Hospizes)
Volker Rosenfeld (Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft)

Erster Spatenstich ausgeführt

Erster Spatenstich
Der erste Spatenstich für das Hospiz Elbe-Weser

Am 5. Juni 2013 konnte der erste Spatenstich für den Bau des Hospizes feierlich ausgeführt werden. Auf dem Bild in der Reihenfolge links nach rechts:

  • R. Hüchting, Stadt Bremervörde
  • D.Brandt, stellv. Landrätin
  • J.Tietjen, Kirchenkreisvorstand
  • C.Schmidt, Koordinatorin ambulanter Hospizdienst
  • V. Rosenfeld Projektleiter Hospizbau
  • H.C. Brandy, Landessuperintendent Stade
  • M. Hübner Kath. Heilig Geist Pfarrgemeinde
  • W.Helmers, Superintendent 

Engel werben in der Adventszeit 2012 um Unterstützung

Bild: Kirchenkreis Bremervörde - Zeven

Ein tiefrotes Platzset mit einem hellen Engel aus Filz ist der Werbeträger, mit dem der Kirchenkreis Bremervörde-Zeven sowie der Förderverein des Hospizes gemeinsam auf dieses Projekt aufmerksam machen. „Ein willkommenes Geschenk in Familien, Betrieben und in der Mitarbeiterschaft", so kommentiert Superintendent Wilhelm Helmers den Start der Verkaufsaktion, dessen Erlös direkt in die Finanzierung des Projektes fließt.

„In vielen Geschäften sind wir auf offene Ohren gestoßen, gerne wird dort unser Vorhaben durch den Verkauf unterstützt. Für fünf Euro kann dieses Geschenk im Kirchenkreis Bremervörde – Zeven in Bremervörde, Selsingen, Gnarrenburg und Sittensen, inzwischen aber auch in Osterholz und in Rotenburg, in der Christlichen Bücherstube Stade und an anderen Orten erworben werden." Auch Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy unterstützt das geplante Hospiz zwischen Elbe und Weser. Bei seinem kürzlich stattgefundenen Besuch des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven informierte er sich über den Planungsstand.

„Das Hospiz ist eine segensreiche Einrichtung. Es schließt eine Lücke, denn nun wird es erstmals im Elbe-Weser-Raum ein Haus geben, in dem sterbenskranke Menschen und ihre Angehörigen in Würde ihre letzte Lebensphase verbringen können.“ Im ersten Quartal des Jahres 2014 soll das Hospiz zwischen Elbe und Weser im Bremervörder Stadtteil Engeo mit insgesamt 12 Plätzen eröffnet werden. Es steht Menschen unabhängig von Konfession und Weltanschauung bereit.

Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Stade, Pastorin Sonja Domröse

Hier sind die Platzsets mit Engelmotiv noch erhältlich:

Superintendentur Bremervörde
Kirchenstraße 10
27432 Bremervörde

Öffnungszeiten: Mo - Fr von 8 - 12 Uhr

   

 

 

Der Hospizgedanke

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

(Cicely Saunders, Begründerin der modernen Hospizarbeit)

Kontakt für Nachfragen

Hospiz- und Pflegedienstleiterin

Sabine Eckstein

Sabine Eckstein

Tel.: 04761-92611-0 oder -24
Fax: 04761-92611-99

Engeoer Wäldchen 2
27432 Bremervörde

Geschäftsführer Volker Rosenfeld

Volker Rosenfeld

Tel.: 04761- 92611-25 oder 04761-5650

Spendenkonto

Betriebsgesellschaft Hospiz zwischen Elbe und Weser

Konto 751 690 11
Sparkasse Rotenburg-Bremervörde
BLZ 241 512 35

IBAN DE54 2415 1235 0075 1690 11